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Kann man eine Sandfilteranlage selbst bauen?

Viele begeisterte Heimwerker, die einen Pool in ihrem Haus oder Garten installieren, stellen sich die Frage, ob eine Sandfilteranlage mit Sandfilterpumpe in Eigenleistung selbst gebaut werden kann. Grundsätzlich ist diese Frage mit „ja“ zu beantworten, bei näherer Betrachtung wird jedoch deutlich, dass dieses Vorhaben nicht so einfach umgesetzt werden kann wie zunächst erwartet.

Do it yourself Projekt: Aufwendig, teuer und sogar gefährlich?

In der folgenden Liste sind die zum Aufbau einer Sandfilteranlage in Eigenregie notwendigen Materialien übersichtlich aufgelistet:

  • Rohre oder Schläuche für die Verbindung der Anlage mit dem Wasserbecken
  • Eine selbstansaugende Pumpe
  • Ein Manometer
  • Ein Druckkessel, der den Filtersand aufnimmt
  • Ein Filterstern
  • Quarz-Filtersand in einer zum Filterstern passenden Körnung
  • Fittings und Verbindungsstücke
  • Ein Umschaltventil

Betrachten wir nun die notwendigen Eigenschaften der einzelnen Komponenten etwas genauer: Sofern es sich um ein Wasserbecken mit Chlorwasser handelt, müssen alle mit Wasser in Berührung kommenden Teile der Filteranlage aus einem chlorbeständigen Material gefertigt sein. Diese Eigenschaft ist insbesondere bei Kunststoffen und Elastomeren problematisch, beständig gegen Chlor sind nur Polyvinylidenfluorid (PVDF) und Polytetrafluorethylen (PTFE), welches das umgangssprachlich als Teflon bezeichnet wird. Die selbstansaugende Pumpe muss für die Förderung von Schmutzwasser geeignet sein, darüber hinaus ist darauf zu achten, dass die Förderleistung bei der gegebenen Förderhöhe ausreichend ist. Durch den Strömungswiderstand des Sandfilters entsteht in der Pumpe, der Zuleitung von der Pumpe zum Sandfilter und im Sandfilter selbst ein Überdruck. Dieser Überdruck steigt an, wenn der Sandfilter zunehmend verschmutzt. Aus diesem Grund sollte in die Zuleitung von der Pumpe zum Filtergehäuse ein Manometer eingebaut werden. Als Filtergehäuse muss wegen des bereits erwähnten Wasserdrucks ein druckfester Kessel zum Einsatz kommen. Handelsübliche, große Gefäße, wie zum Beispiel Regentonnen, sind als Filtergehäuse nicht geeignet, weil sie nicht aus chlorbeständigen Materialien gefertigt sind und nicht darauf ausgelegt sind, mit Innendruck beansprucht zu werden. Aus diesem Grund blähen sich solche Behälter auf und reißen leicht, wenn sie als Sandfiltergehäuse eingesetzt werden. Der Filterstern ist im Fachgeschäft für Wasserbau erhältlich und dient dazu, dass der Filtersand nicht in das Wasserbecken gespült werden kann. Dementsprechend muss ein Filtersand eingefüllt werden, dessen Körnung so groß ist, dass die Körner den Filterstern nicht passieren können. In die Wasserleitung vom Pool zur Saugseite der Pumpe sollte ein Ventil eingebaut werden, welches die Saugseite der Pumpe wahlweise mit dem Wasserbecken oder mit einem Abwasseranschluss verbinden kann. Auf diese Weise wird es möglich, die Pumpe rückwärts laufen zu lassen, so dass der Sandfilter rückwärts durchströmt wird und Ablagerungen ausgespült werden. Diese würden ohne Umschaltventil zurück in das Wasserbecken gespült.

Im gesamten Filtersystem herrscht Überdruck, dementsprechend müssen alle Fittings hochwertig ausgeführt und sorgfältig abgedichtet werden. Aus Sicherheitsgründen sollte die elektrische Installation der Pumpe wasserdicht nach Schutzklasse IP 66 ausgeführt werden. So besteht nicht die Gefahr eines elektrischen Schlages, wenn eine Komponente der Sandfilteranlage undicht wird.

Kurzfazit: Finger weg vom unsicheren, teuren Eigenbau

Grundsätzlich ist der Eigenbau einer Sandfilteranlage zweifelsohne möglich. Die Komponenten der Anlage sind jedoch nicht in jedem Baumarkt erhältlich, so dass bezweifelt werden darf, ob die Gesamtkosten im Eigenbau tatsächlich niedriger sein werden als beim Kauf einer fertigen Anlage. Auch die Anforderung hinsichtlich der handwerklichen Fähigkeiten des Erbauers ist wegen der möglichen Gefahrenquellen nicht zu unterschätzen.